2011

Den Kopf voll Arbeit komme ich im Moment wenig zum Bloggen. Daher gibt es heute nur einen kleinen Ausblick aufs kommende Jahr:

Im Frühjahr wird ein personalisierbarer Roman unter meinem Pseudonym Ben Philipp erscheinen. Abgabetermin ist am 15. Januar, weshalb ich mich eben jetzt im absoluten Endspurt befinde.

Anschließend widme ich meine Aufmerksamkeit nach einem kleinen Durchschnaufen voll und ganz dem Plotratgeber, der ebenfalls 2011 erscheinen wird. Geplant ist außerdem eine Kurzgeschichtenveröffentlichung, für die es aber noch kein genaues Erscheinungsdatum gibt.

Schreiberisch liegen dann weitere Projekte an, auf die ich mich schon sehr freue. Ob, wann und wo diese zur Veröffentlichung reifen werden, steht noch gänzlich in den Sternen. Sie werden damit meine ersten größeren Projekte sein, für die nicht von Beginn an ein Abnehmer feststeht. Für ein bisschen Aufregung ist also gesorgt.

Meinen Bloglesern wünsche ich einen guten Rutsch sowie ein frohes und gesundes Jahr 2011!

Das Besondere kommt 2011

Nun ist sie also da, die Bestätigung. 2011 wird ein Buch erscheinen, dass für mich persönlich in gewisser Hinsicht etwas ganz Besonderes ist. Es wird das erste Buch sein, in dem ich quasi Seite an Seite mit meiner lieben Freundin veröffentlicht werde:

Das Anthologieprojekt „Das Haus am Zeilenweise-Platz“ des Autorenforums ZeilenWeise hat einen Partner gefunden: Der Münchner WortKuss Verlag hat sich nach der Sichtung erster Leseproben entschieden, die Anthologie im Jahr 2011 zu verlegen. Momentan werden Texte und Zeitplan abgestimmt, der Erscheinungstermin wird rechtzeitig bekannt gegeben.

Die Anthologie erscheint im Programm „read + care“ innerhalb der Reihe AnthoKuss des WortKuss Verlages, denn das Projekt unterstützt ein Kinderheim in Istrien/Kroatien. In der Anthologie wird ein Mehrfamilienhaus, wie es überall in der Nachbarschaft zu finden ist, durch fantastische, dramatische, spannende und skurrile Texte zum Leben erweckt – ein Lesevergnügen für kurzweilige und anhaltende Unterhaltung.

Short-Stories bis 19.01.11

Leverkusener Short-Story-Preis 2011

Eine Kooperation der Volkshochschule mit dem Kulturbüro und der Stadtbibliothek

Der nächste Short-Story-Preis wird im April 2011 vergeben. Das Preisgeld von 800,- EUR stellt die Sparkasse Leverkusen zur Verfügung. Es kann auf mehrere Preisträgerinnen und Preisträger verteilt werden.

Bitte beachten Sie folgende Teilnahmebedingungen:
– Das Thema ist frei.
– Sie müssen in Nordrhein-Westfalen wohnen.
– Ihre Kurzgeschichte darf noch nicht veröffentlicht sein und nicht mehr als 6000 Zeichen, inklusive Leerzeichen, umfassen.
– Sie dürfen nur einen Text einschicken.
– Die Einsendung bitte anonymisieren (in einen verschlossenen Umschlag Kennwort, Name, Adresse, Telefonnummer und E-Mail beilegen. Auf diesem Umschlag mit den persönlichen Daten und auf dem Text nur das Kennwort vermerken).
Einsendeschluss ist der 19. Januar 2011 (Poststempel).
– Wenn Sie gewinnen, müssten Sie bereit sein, Ihre Siegergeschichte während der Veranstaltung „Lev liest“ am Donnerstag, 14. April 2011, 20:00 Uhr in Leverkusen vorzutragen (Spesen werden übernommen).
– Wir verschicken keine Eingangsbestätigungen und senden die Texte nicht zurück.

Schicken Sie Ihre Kurzgeschichte bitte an:
VHS Leverkusen
„Short-Story-Preis“
Forum/Am Büchelter Hof 9
51373 Leverkusen

Weitere Informationen:
VHS: Gerd Struwe, Tel: 0214-406 4185, e-mail: gerd.struwe@vhs-leverkusen.de
Kulturbüro: Claus Faika, Tel: 0214-406-4177, e-mail: claus.faika@kulturstadtlev.de

Link: http://www.levliest.de

Quelle: Uschtrin

Vorweihnachts“zeit“

Weihnachten rückt immer näher und es wird immer deutlicher, dass ich dieses Jahr die Feierlichkeiten nur so dazwischenschieben kann. Dafür rückt damit auch der Zeitpunkt näher, wo ich mal ein bisschen durchschnaufen kann. Wenn das auch erst im nächsten Jahr ist.

Eine Bücherecke wird geboren

Geschichtenweber Carsten Zehm ist unter die Blogger gegangen. Hurra! Ich bin sicher, da gibt es bald noch viel Interessantes zu lesen. Mit dem Zehmschen Testurteil zu Valentina Bergers „Augenschneider“ geht es ja schon mal gut los!

Hier geht es zu Carsten.

Die verkannte Novelle

Hartnäckig hat sich die Auffassung durchgesetzt, eine Novelle sei eine Erzählform, die im wesentlichen durch ihre Länge bestimmt wird. Sie sei eben ein Zwischending, das zwischen Roman und Kurzgeschichte angesiedelt ist.

Nun liegt man ja so falsch damit nicht, denn tatsächlich ist die Novelle in der Regel weniger umfangreich als ein Roman, doch eben auch länger als die durchschnittliche Kurzgeschichte. Damit überschneidet sie sich mit der Erzählung im engeren Sinn (also nicht als übergeordneter Begriff).

Im ursprünglichen Sinn zeichnet sich die Novelle aber durch eben die namensgebende Neuigkeit aus, die nicht besonders dramatisch sein muss, aber den Protagonisten aus seinem gewohnten Lebensumfeld zieht und eine Reihe von Ereignissen in Gang setzt.

Während Kurzgeschichten und Romane auf einem zentralen Konflikt basieren und dem Ziel, diesen Konflikt zu lösen, ist die Neuigkeit in der Novelle eher ein Aufhänger, der Anlass für den Prota, an seinem bisherigen Leben etwas zu ändern. Einen echten zentralen Konflikt muss es nicht geben, die Novelle strebt nicht auf eine Lösung zu, sondern von einem Ausgangspunkt weg.

So könnte ein Gespräch mit einem Weltenbummler einen eher sesshaft veranlagten Protagonisten zum Träumen bringen. Immer deutlicher fühlt er in seiner Heimat ein Unwohlsein, bis er schließliche einfach seine Koffer packt, um eine Weltreise zu unternehmen.

Für die Novelle ist also wichtiger, wie das auslösende Ereignis auf den Prota wirkt und welche Folgen es nach sich zieht, als die Frage, ob und wie er ein essentielles Ziel erreicht.

Wenn Peter von seiner Frau verlassen wird, kann das einen Konflikt in ihm auslösen. Er will nicht einsam sein und sie zurückerobern. Die Kurzgeschichte oder der Roman erzählen, wie Peter versucht, diesen Konflikt zu lösen, wie er also seine Frau zurückgewinnen will und ob und wie das funktioniert. Am Ende hat Peter seine Frau entweder zurückerobert oder hat sie endgültig verloren.

In der Novelle aber würde diese Neuigkeit in Peters Leben ihn zum Nachdenken über sein bisheriges Leben anregen und Konsequenzen nach sich ziehen. Er würde sich kein Ziel stellen, sondern einfach etwas verändern. Zum Beispiel all die Träume verwirklichen wollen, die er bisher zugunsten der Ehe nie in Erwägung gezogen hat. Vielleicht kauft er sich endlich das Modellflugzeug, das er immer nur im Geschäft bewundert hat. Je häufiger er damit spielt, desto mehr wünscht er sich, einen echten Flieger zu pilotieren. Er nimmt Flugstunden …

Eine typische Ausgangslage für eine Novelle finden wir recht häufig in Filmen: Der Protagonist erfährt von heute auf morgen, dass er unheilbar an einer tödlichen Krankheit erkrankt ist. Natürlich ist das an sich ein dramatischer Konflikt, aber keiner, der sich als zentraler Konflikt, den es zu lösen gilt, anbietet. Der Tod des Protas ist vorgezeichnet. Die Nachricht davon eignet sich also gerade deshalb sehr gut für eine Novelle.

Besonders fein gesponnen sind meiner Meinung nach aber die Novellen, deren Neuigkeit eine scheinbar unbedeutende ist und bei der die Veränderungen, die sie bewirkt, sich schleichend einstellen.

THEO kopfüber bis 15.01.11

Originaltext, siehe: www.schreibende-schueler.de/

Schreibwettbewerb 2011
„THEO – Berlin-Brandenburgischer Preis für Junge Literatur“

Veranstalter: Schreibende Schüler e.V. & Börsenverein des Deutschen Buchhandels Berlin-Brandenburg

Schirmherrschaft:
Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister der Stadt Berlin &
Matthias Platzeck, Ministerpräsident des Landes Brandenburg

THEO ist ein überregionaler [!] Literaturpreis für Kinder und Jugendliche zwischen neun und 19 Jahren. Er wird in drei Alterskategorien verliehen:

9-12 Jahre
13-15 Jahre
16-19 Jahre

Außerdem wird ein eigener THEO in der Kategorie Lyrik vergeben.

Das Thema des Wettbewerbs lautet „Kopfüber“.

Du stehst mit beiden Beinen fest auf dem Boden, die Welt ist wie sie sein sollte, läuft ruhig und überschaubar ab, bis … –
… dich auf einmal ein paar Jungs an den Beinen hochziehen, um dir dein Taschengeld zu klauen
… sich die Dinge überschlagen, du Hals über Kopf in ein Abenteuer stürzt, ohne genau zu wissen, warum oder wohin die Reise geht? Und was für Gestalten dir auf diesem Weg begegnen!
Oder ist es genau umgekehrt, du läufst mit beiden Händen fest durchs Leben, dass die Welt kopf steht, ist vollkommen normal für dich?

Erzähle uns, wie die Straßen und Gesichter von unten aussehen, was passiert, wenn du anfängst dich gegen den Kopfstand zu wehren und wie schwer es manchmal sein kann, den Kopf über Wasser zu halten

Ein paar Tipps: Nenne deinen Text nicht „Kopfüber“ Das Thema soll nur eine Anregung sein, keine Inhaltsvorgabe. Deiner Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Überrasche uns mit deinen Ideen. Je origineller, desto besser!

Einsendeschluss ist der 15. Januar 2011.

Teilnahmebedingungen:

  • SchülerInnen aller Altersklassen
  • Höchstens 3 A4-Seiten (Times New Roman, Schriftgröße 12, Zeilenabstand 1,5, Seitenrand 2,5 cm)
  • Keine Gruppeneinsendungen und Klassensätze
  • Name, Alter und Adresse (wenn vorhanden auch die E-Mail mit angeben) auf EXTRA-Blatt

Einsendungen:

  • per Mail (als Anhang) an: wettbewerb@schreibende-schueler.de
  • per Post (in 3-facher Ausfertigung) an: Schreibende Schüler e.V., c/o Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Lützowstr. 33, 10785 Berlin

Ablauf:

  • ALLE EinsenderInnen erhalten Gelegenheit, an einer Veranstaltung der Schreibenden Schüler teilzunehmen (Zirkel, Schreibnachmittage, Wochenendwerkstätten, Lesungen …).
  • 35 EinsenderInnen erhalten eine Einladung zur Literaturwoche der Schreibenden Schüler im Sommer 2011.
  • Die elf Nominierten der Altersklassen sowie 3 Nominierte für den „Lyrik-Theo“ nehmen vom 26. – 27. März 2011 am Nominiertentreffen teil. Hier können sie einander kennen lernen, über ihre Texte reden und sich unter professioneller Anleitung auf die öffentliche Lesung am 17.04.2011 vorbereiten.
  • Am 17. April 2011 findet eine große Festveranstaltung statt, anlässlich derer die 14 Nominierten ihre Texte der Öffentlichkeit vorstellten. Anschließend verleiht die Jury den „Theo“ – Preis für Junge Literatur in Berlin und Brandenburg 2011 in 3 Altersgruppen sowie in der Kategorie Lyrik. Erneut werden auch die Gewinner des Vorjahres in der Jury sitzen. Die 4 PreisträgerInnen erhalten eine Theo-Statue, Büchergutscheine und die kostenfreie Teilnahme an der Sommer-Literaturwoche der Schreibenden Schüler.

„Der THEO ist eine großartige Möglichkeit schreibbegeisterten Jugendlichen Gehör zu verschaffen und andere, die bisher keinen Anlass zum Schreiben hatten, zu motivieren auch kreativ zu werden. Unser neues Thema KOPFÜBER soll alle Altersgruppen ansprechen, die Welt aus einer ungewöhnlichen Perspektive zu betrachten. Das Thema soll zu Abenteuergeschichten genauso anregen, wie zur literarischen Auseinandersetzung mit unserem Alltag“, erklärt Tim Fahrendorff, Pressesprecher der Schreibenden Schüler.

Der THEO, benannt nach dem Schriftsteller Theodor Fontane, möchte Kinder und Jugendliche für die Literatur, das Schreiben und die Kreativität begeistern. 2011 findet der Wettbewerb zum vierten Mal statt.

Quelle: Uschtrin

Die Prämisse bei TextArt

In meinem Artikel zur Prämisse habe ich darauf hingewiesen, dass eben diese sicher zu den meistdiskutierten Phänomenen unter Autoren gehört. Das zeigt sich auch daran, dass es eben jene Prämisse ist, die inzwischen als Suchbegriff mit am häufigsten zu meinem Blog führt.

So fand ich nun heraus, dass auch TextArt – Magazin für Kreatives Schreiben in  seiner aktuellen Ausgabe 04/2010 einen Artikel zur Prämisse enthält. Wer sich also diesbezüglich noch ein bisschen weiterbilden will …

Des TextArt-Forum diskutiert ebenfalls die Prämisse im Allgemeinen wie auch den Artikel im Speziellen. Eine Verlinkung zu meinem Blog hat mich darauf aufmerksam gemacht.

Tagesziel

Seit ich meine Schreibprojekte gründlicher plane und besser organisiere, setze ich mir Tagesziele. Nicht jeden Tag neu, sondern gleichbleibend für die geplante Dauer des Schreibprojekts.

yWriter ist da sehr hilfreich. Man kann dort den Umfang (Anzahl der Wörter) des geplanten Manuskripts eingeben, dazu den geplanten Schreibzeitraum, das Programm errechnet, welche Wortanzahl man dementsprechend pro Tag bewältigen muss.

Natürlich berechnet das Programm in Abhängikeit des bereits Geschriebenen stetig neu. Ist man also den Zielvorgaben voraus, nimmt die täglich zu schreibende Wortanzahl ab, hängt man hinterher, nimmt sie zu.

Nebenbei zeigt yWriter dem Autor einen Fortschrittsbalken, die Anzahl der insgesamt bereits geschriebenen Wörter, die Anzahl der noch zu schreibenden Wörter und die Anzahl der Tage, die einem dazu noch zur Verfügung stehen. Aber das nur am Rande.

Worum es mir eigentlich geht, ist die persönliche Motivation. Es dürfte jedem klar sein, dass ein großes Projekt, sicher nicht nur, aber eben auch für einen Autor jede Menge tägliche Motivation erfordert. Gerade am Anfang scheint die zu bewältigende Arbeit riesig, der Fortschritt mäßig. Sich kleine, schrittweise Ziele zu setzen, ist nun wirklich kein Rat, der neu erfunden werden müsste.

Was mir aber interessant erscheint, ist die Wahl solcher Tagesziele hinsichtlich des Umfangs. Wenn mein Projekt nicht durch einen Abgabetermin begrenzt ist, der mir klar einen Zeitrahmen und damit auch das notwendige tägliche Arbeitsziel vorgibt, mag ich es lieber, wenn ich mir kleinere Ziele stecken kann, denen ich vorauseilen will. Ich weiß von anderen, dass sie mehr Motivation daraus schöpfen, wenn sie sich selbst drängeln müssen.

Soll heißen, wenn ich die Wahl habe und weiß ich könnte auf die Woche gesehen pro Tag beispielsweise 1000 Wörter schreiben, wenn ich die Schreibarbeit nicht durch Recherchen oder ähnliches unterbrechen muss, würde ich mir lieber ein Tagesziel von 800 Wörtern oder weniger vornehmen und jeden Tag als Erfolg feiern, an dem ich dieses Ziel übertrumpfe.

Wenn ich dagegen des Öfteren mein Tagesziel nicht erreiche (wieder vorausgesetzt, es drückt kein Abgabetermin), dann verliere ich schnell die Motivation.

Mir erscheint das auch vollkommen logisch, aber es gibt eben auch diejenigen, bei denen es sich genau umgekehrt verhält. Wie sieht es bei euch aus?

„Ein Held ist fertig …“

Christoph Lode: Der letzte Traumwanderer
Christoph Lode: Der letzte Traumwanderer

Der Titel ist ein Zitat, das in einem interessanten Zusammenhang im Interview mit meinem lieben Autorenkollegen Christoph Lode genannt wird, das Feenfeuer jetzt mit ihm geführt hat.

Darin geht es um den Auftakt zur Pandaemonia-Trilogie „Der letzte Traumwanderer“ , mit der Christoph sich nach zwei mit Phantastik durchsetzen Historischen Romanen nun der Fantasy zuwendet.

Hier geht es zum Interview.

Vorausschau

Im Moment sieht es so aus, dass ich etwa ab Mitte Januar ein bisschen durchschnaufen kann, was bedeutet, dass ein Abgabetermin weniger drängt. Dann rückt das Ratgeberprojekt in den Vordergrund und ich hoffe, mit dem Nachfolger von der Kriegerin voranzukommen.

Mein Pseudonym Ben Philipp macht dann ein bisschen Pause. Es könnte also ein versöhnlicher Jahresbeginn werden.

Gedanken zur Inquitformel

„Du sollst nicht so oft ’sagte‘ schreiben!“, sagte sie.
„Warum nicht?“, fragte er.
Sie schlug auf den Tisch und sagte: „Weil sich das nicht gehört!“
„Warum nicht?“, fragt er.
„Das sagen alle“, sagte sie.

„sagte sie, sagte er, fragte sie, …“ sind die sogenannten Inquitformeln, Einschübe in den Dialog, die so genannt werden nach dem lateinischen inquit, er sagt, er sagte.

Und viele werden der Sie in dem Beispieldialog sofort recht geben, wenn sie fordert, nicht ständig das „sagte“ zu wiederholen.

Nun haben Inquitformeln vor allem eine Funktion: Sie kennzeichnen im Dialog, welcher Figur welche Dialogzeilen zuzuordnen sind. Denn leider können wir ja nicht mit verstellten Stimmen schreiben. Oder doch? Vielleicht zum Teil.

Indem wir den Figuren durch Wortwahl, Stil und Sprechweise eigene Stimmen geben, können wir manche Inquitformel vermeiden. Auch das Gesagte selbst kann idealerweise deutlich machen, von wem es stammt.

Und doch werden wir immer wieder, vor allem dann, wenn mehrere Figuren am Dialog beteiligt sind, mit Inquits eindeutig machen müssen, wer der jeweilige Sprecher ist.

Nun kommt die Zeit der Synonyme, denn schließlich ist eine der ersten vielbeschworenen Regeln für angehende Autoren, man solle unbedingt Wiederholungen vermeiden. Man sollte diese wie jede andere Schreibregel schon allgemein mit Vorsicht betrachten, aber wie sieht es speziell bei den Inquits aus?

„Du sollst nicht so oft ’sagte‘ schreiben!“, sagte sie.
„Warum nicht?“, fragte er.
Sie schlug auf den Tisch und antwortete: „Weil sich das nicht gehört!“
„Warum nicht?“, wollte er wissen.
„Das sagen alle“, entgegenete sie.

Na also, geht doch. Keine der Inquitformeln wiederholt sich. Allerdings ist dieser Dialog auch recht kurz. Was, wenn wir eine lange Dialogpassage haben? Finden wir dann noch genug Synonyme?

„Du sollst nicht so oft ’sagte‘ schreiben!“, forderte sie.
„Warum nicht?“, staunte er.
Sie schlug auf den Tisch und schrie: „Weil sich das nicht gehört!“
„Warum nicht?“, wiederholte er.
„Das sagen alle“, beharrte sie.

Man muss eben kreativ sein. Die beiden könnten auch etwas meinen, klarstellen, betonen, rufen, flüstern, …

Aber halt, ganz so einfach ist es nicht. Und mancher Lektor beginnt hier vielleicht schon, skeptisch eine Augenbraue zu heben. Die Meinungen darüber, was man als Inquitformel verwenden kann, soll und darf, gehen weit auseinander. Aber wo liegt das Problem?

„sagen“ und „fragen“ sind sehr neutrale Inquits, die kaum mit  Nebenbedeutungen belastet sind. Ähnlich sieht es mit „entgegnen“ und „antworten“ aus.

„rufen“, „schreien“, „flüstern“, whispern“ und ähnliche Verben sagen zusätzlich etwas aus zur Intensität, mit der der Sprecher etwas sagt. Wenn es passt, okay. Aber nur, um „sagte er“ nicht zu wiederholen, sollte man sicher nicht jeden Dialog zu Flüstern und Schreien werden lassen.

Wirklich kritisch wird es aber mit solchen Inquits, die in der Bedeutung weit über das einfache Ausprechen der Worte hinausgehen. Um den Artikel nicht ausufern zu lassen, will ich hier mal ein paar Problemfälle deutlich machen, die, wie ich hoffe, das Problem insgesamt deutlich machen:

„Was mich mal total interessiert: Hast du ein Auto?“, wollte sie wissen.
„Nein, habe ich nicht“, verneinte er.

Natürlich erfüllen diese Inquitformeln noch immer die Grundfunktion, nämlich die Sprecher zu kennzeichnen. Aber darüber hinaus liefern sie weitere Informationen. Und diese sind vollkommen redundant!  Dass sie etwas wissen will, weiß der Leser bereits, wenn er ihre Frage liest. Dass er verneint, wird ebenfalls aus dem Gesagten selbst deutlich. Die Informationen sind überflüssig und haben damit im Text nichts zu suchen.

Es stellt sich also die Frage, ob man, wenn man nur noch solche mit Redundanz belasteten Inquits als Synonyme zur Verfügung hat, nicht doch lieber wiederholt.

„Das war ein guter Witz“, lachte sie.
„Fand ich auch“, prustete er.

Inquitformeln, die man immer wieder liest. Was sie aber in manchen Augen nicht unbedingt besser macht. Denn ich bin sicher, den Wenigsten wird es gelingen, einen Satz zu lachen oder zu prusten. Man kann den Satz aussprechen und danach lachen. Oder davor. Gern auch beides. Man kann zwischen den Worten lachen. Gleiches gilt für das Prusten. Aber man kann sich nicht lachend artikulieren. Und falls es Leute gibt, die es doch können, müsste das Gegenüber mit Sicherheit antworten: „Ich habe kein Wort verstanden.“

Korrekt wäre also entweder „sagte sie und lachte“ oder bestenfalls „sagte sie lachend“.

Während diese beiden Formeln dennoch von den meisten Lektoren (vielleicht nicht immer lachend) akzeptiert werden dürften, treibt gerade diese problematische Form schnell seltsame Blüten:

„Was für ein schöner Morgen“, öffnete sie das Fenster.
„Ich muss los!“, rannte sie aus dem Haus.
„Entschuldige bitte“, staubsaugte sie direkt vor seinen Füßen.

Meine Empfehlungen lauten daher:

  1. Verwende Inquitformeln sparsam, wenn du sie mithilfe der kennzeichnenden Figurenrede und durch inhaltliche Klarheit vermeiden kannst, ohne dass der Leser raten muss, wer gerade spricht.
  2. Scheue nicht die einfachen Formen, etwa sagen, fragen, antworten, entgegnen. Das Problem der Wiederholung wird hier oft überschätzt, weil der Leser (sofern er nicht selbst schreibt und „regelkundig“ ist) solche Inquits gewohnt ist, sie praktisch überliest und als Information nur herauszieht, wer spricht.
  3. Wo du doch glaubst, Wiederholung vermeiden zu müssen, suche nach solchen Verben, die von der Bedeutung her nicht überladen sind, die treffend sind und die sich mit dem Akt des Sprechens vereinbaren lassen.
  4. Vermeide Redundanz.
  5. Versuche nicht, Verben als Inquitformel zu verwenden, die eigentlich Tätigkeiten bezeichnen, die während des Sprechens (nebenher) ausgeführt werden.

Ich für meinen Teil nutze hin und wieder eine weitere Gruppe von Verben, die möglicherweise nicht jeder gelten lassen würde. Sie stelle ebenfalls einen Grenzbereich dar:

„Welch großartiges Bauwerk“, schwärmte er.
„Das ist mein Lieblingsessen!“, frohlockte sie.
„Er war ein treuer Partner“, trauerte sie.
„Ich bin angenommen“, freute er sich.

Keines dieser Verben ist strenggenommen ein Verb des Sprechens. Wer jedoch schwärmt, tut das meist, indem er spricht. Anders gesagt, ist der Sprechakt Teil des Schwärmens, Frohlockens, Trauerns oder Freuens. Das, was die Figur sagt, ist Ausdruck ihres Schwärmens, …

„freute er sich“ fällt für mich ein bisschen aus dieser Reihe heraus und ich persönlich würde es eher nicht nutzen. Vermutlich, weil es doch eher die Assoziation des Zusätzlichen als des Übergeordnenten zulässt:

„Welch großartiges Bauwerk“, sagte er und schwärmte.
„Ich bin angenommen“, sagte er und freute sich.

Der erste Satz will nicht so richtig funktionieren. Wir können das Schwärmen von der Aussage nicht loseisen. Mit dem Freuen geht das problemlos.

Inquitformeln sind also letztlich weitgehend auch eine Geschmackssache. Wie weit man gehen kann, wird möglicherweise letztendlich vom jeweiligen Lektor bestimmt. Mit etwas Glück ist der kompromissbereit. Wer auf dieses Glück nicht bauen will, sollte sich hinsichtlich der Formeln vielleicht schon frühzeitig etwas zügeln.

Alfred-Döblin-Preis 2011 bis 15.01.11

Informationen unter: http://www.lcb.de/autoren/doeblin/

Der von Günter Grass gestiftete und vom LCB in Kooperation mit der Akademie der Künste ausgerichtete Alfred-Döblin-Preis wird im Mai 2011 erneut verliehen. Der Preis, mit 12.000 Euro dotiert, wird im Sinne des Stifters für ein längeres, noch unabgeschlossenes Prosamanuskript vergeben.

Bewerben können sich Autorinnen und Autoren, die mindestens eine eigenständige Buchveröffentlichung vorweisen können; einzureichen sind mindestens fünfzig Seiten Text.

Die Manuskripte müssen bis zum 15. Januar 2011 beim Literarischen Colloquium Berlin, Stichwort Alfred-Döblin-Preis, eingereicht werden. Über die Vergabe entscheidet eine unabhängige Jury.

Literarisches Colloquium Berlin
Alfred-Döblin-Preis
Am Sandwerder 5
14109 Berlin

Weitere Informationen auf der Website des LCB.

Quelle: Uschtrin