Über Erzähler erzählen

Aktuell verfasse ich für „Hilfe für Autoren“ einen Artikel über Dialoge. Bis es soweit ist, interessieren euch ja vielleicht die beiden Artikel über Erzähler, erzählen und die Zeit zum Erzählen:

Der Erzähler und seine Perspektiven

Zeit zum Erzählen, Zeit zum Erleben

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Comments
6 Responses to “Über Erzähler erzählen”
  1. Wortman sagt:

    Das schaue ich mir gleich mal an 🙂

  2. jacobnomus sagt:

    Unsere alte Frage bzgl. der Nutzung des Präsens in im Präteritum geschriebenen Texten. 🙂

    Nachvollziehbar ist dein Ansatz, den Imperfekt bei potentiell änderbaren Sachverhalten zu benutzen: „Düsseldorf, eine Stadt, die in der Nähe von Köln lag“ (bis sie 2016 Köln einverleibt wurde *lach).

    Bei potentiell nicht änderbaren Sachverhalten würde ich trotzdem den Präsens, manchmal sogar das Futur wählen („Der Apfel fiel nicht weit vom Stamm, so wie stets ein Apfel, dank der Gravitation, unweit des Stamms fallen wird“).

    Grüße vom Meer ans Meer,
    Jacob

    • autorphilipp sagt:

      Hallo Jacob, ich habe damit überhaupt kein Problem. Wüsste auch nicht, dass ich je ein Problem damit gehabt hätte.
      Nur hat der Artikel damit nichts zu tun. Darin geht es überhaupt nicht um grammatische Zeitformen.

  3. jacobnomus sagt:

    Hallo Philipp,

    dass du generell über Zeitebenen sprichst, ist schon klar. Ich bezog mich speziell auf den Passus: „Autoren bekommen immer wieder das Gefühl, sie müssten bei Aussagen, die auch in ihrer Gegenwart zutreffen, aus den Zeitformen der Vergangenheit in die der Gegenwart wechseln: Endlich kamen sie in Sievershagen an, einem kleinen Ort, der in der Nähe von Rostock liegt.“

    Aber ich hab auch kein Problem damit, weil da ja kein Problem ist. *lach

    Liebe Grüße,
    Jacob

    • autorphilipp sagt:

      Hallo Jacob,

      mir ist schon klar, was du meinst. Und du hast damit ja auch vollkommen recht, wie ich schon schrieb.
      Aber auch in der nun von dir zitierten Passage geht es ja nicht um grammatische Zeitformen.

      Ich will das noch mal deutlich erklären:
      Mit welcher grammatischen Zeitform ich Vergangenes ausdrücke, spielt für das Zeitebenenproblem keine Rolle.
      Wir vergessen häufig, dass etwa das Präsens nicht zwingend die Gegenwart bezeichnet, sondern durchaus auch Vergangenes ausdrücken kann:

      Gestern gehe ich also ins Kino und treffe Martin.

      Zunächst einmal ist also in dem Zitat einfach nur davon die Rede, dass der Autor von irgendeiner grammatischen Zeitform, mit der er in seinem Text Vergangenes ausdrückt, in eine andere wechselt, weil er meint, er müsse nun Gegenwärtiges ausdrücken.

      Tatsächlich gibt es natürlich in einem Text, der ansonsten durchgängig im Präteritum verfasst ist, diverse Möglichkeiten, ins Präsens zu wechseln, ohne dabei die Zeitebene zu verlassen. Außerdem die Möglichkeiten des auktorialen Erzählers, von der Zeitebene des Erzählten in die des Erzählens zu wechseln.

      Da würde dann auch dein Beispiel passen:

      „Der Apfel fiel nicht weit vom Stamm, so wie stets ein Apfel, dank der Gravitation, unweit des Stamms fallen wird.“

      Dabei ist der erste Teilsatz der Ebene des Erzählten zuzuordnen, worauf dann der auktoriale Erzähler einen Erzählerkommentar abliefert, der demnach zur Ebene des Erzählens gehört.

      Völlig normal, völlig okay. Hat aber nichts mit grammatischen Zeitformen zu tun.

      Das von mir angesprochene Problem ist davon unabhängig und beginnt da, wo der Autor versucht, seinen Erzähler auf die Ebene der Rezeption referieren zu lassen:

      „Endlich kamen sie in Sievershagen an, einem kleinen Ort, der in der Nähe von Rostock liegt.“

      Wenn durch den Kontext klar ist, dass hier nicht ein auktorialer Erzähler auf seine Erzählergegenwart referiert, dann stellt das einen Perspektivbruch, streng genommen einen Fehler dar.

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