PB-Plotten: 19 – Rohmanuskript

Tja, ob man nun viel oder wenig Aufwand mit dem Plotten betrieben hat, die eigentliche Schreibarbeit hat man erst noch vor sich. Und deren Ergebnis kann immer nur eine erste Fassung sein, ein Rohmanuskript, das von der Endfassung noch den einen oder anderen Überarbeitungsschritt entfernt ist.

Auch wird die umfangreichste Vorausplanung nicht vollständig davor schützen, beim Schreiben nicht doch noch Lücken, Fehler oder Verbesserungsmöglichkeiten zu finden.

Wie man damit umgehen sollte, ist schwerlich in einen allgemeinen Empfehlung auszudrücken. So gibt es Autoren, die es schaffen, sich während der Niederschrift der Rohversion von allen perfektionistischen Korrekturteufeln freizumachen. Sie schreiben den Text herunter, ohne sich schon um den optimalen Ausdruck zu scheren, merken Lücken und Schwächen im Manuskript bestenfalls an und schieben die Beseitigung aller Unklarheiten bis zur Überarbeitungsphase auf.

Auf der anderen Seite stehen die, die kaum einen einzelnen Satz zu Papier bringen, ehe sie nicht davon überzeugt sind, dass der vorherige sein bestmögliches Outfit angelegt hat, die nicht weiterkommen, wenn sie nicht auch noch das letzte Detail, das ihnen den Weg versperrt hat, in Grund und Boden recherchiert haben, die keine neue Szene beginnen können, wenn sie in der vorhegehenden noch eine klitzekleine logische Schwäche vermuten.

Letztere Spezies, zu der ich mich auch rechne, hat den Vorteil, mit der ersten Fassung der Finalversion schon recht nahe zu kommen. Dafür allerdings hat sie größere Schwierigkeiten, täglich eine gleichbleibend hohe Schreibleistung zu erzielen. Kleinigkeiten sorgen für Unterbrechung und können hin und wieder zur Verzweiflung führen.

Wer es kann, der sollte durchaus versuchen, die Rohversion quasi in einem Rutsch zu erstellen. Wer umfangreich plottet, sollte auch dann in der Überarbeitungsphase keine allzu großen Schwierigkeiten mit grundlegenden und/oder sehr umfangreichen Nachbesserungen und Änderungen bekommen.

Wo allerdings etwas grundsätzlich nicht funktioniert, sollte man darauf achten, dass man nicht sinnlos weiterschreibt.

(PB-Plotten: Die Liste)

3 Antworten auf “PB-Plotten: 19 – Rohmanuskript”

  1. Hallo Philipp,

    gerade erlebt. Ich gehöre zu denen die meistens in einem Rutsch schreiben, mit Anmerkungen. Ich sehe allerdings die letzten Seiten vom Vortag noch mal durch um allzu groben Schnitzern gleich zu beseitigen. Letzte Woche gings allerding garnicht. Eine Figur hat überhaupt nicht funktioniert und Sonntag Nacht entschied ich sie ganz raus zu nehmen. Und siehe da- es klappt wieder.

    Ich habe mal versucht, so zu schreiben, in dem ich jeden Satz und jedes Detail genaustens auslote. Total frustrierend für mich. Ich sehe dann Vorwärtskommen, dass sich für mich in Worten und Zeilen ausdrückt.
    Und ich plotte ziemlich umfangreich (gelernt ist gelernt 🙂 )

    Gruß
    Michaela

    1. Ja, bei jedem ist es etwas anders. Ich versuche immer mal wieder, mir das „runterschreiben“ ein bisschen anzutrainieren. Ich glaube, kleine Fortschritte habe ich schon gemacht. 😉

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