TV braucht kein Niveau

Fast jeder beschwert sich übers Fernsehen. Gerade der stetig wachsende Trend zum Reality-TV und Casting-Shows überall erregen die Gemüter. Doch die Quoten sprechen ihre eigene Sprache.

Auf Spiegel Online kann man die bittere Wahrheit mal wieder nachlesen: DSDS siegte am Mittwochabend in der Primetime mit über 21 Prozent Marktanteil im Rennen um die Quoten. Da konnte selbst die Erstaustrahlung des aufwendig produzierten ARD-Zweiteilers „Gier“ nicht mithalten.

Da fragt man sich doch, ob sich der finanzielle und zeitliche Aufwand, teure und unter Umständen auch hochwertige TV-Unterhaltung zu produzieren, für einen Fernsehsender überhaupt lohnt. Die Leute vor der Glotze geben sich offenbar lieber mit viel weniger zufrieden.

Bei den 14 – 49-Jährigen erreichte Bohlens RTL-Casting sogar einen Marktanteil von fast 34 Prozent. Auch andere Reality-Formate sind immer wieder erstaunlich erfolgreich, teilweise in der xten Staffel. Ist also das Fernsehen nur so gut wie seine Zuschauer?

Kritiker halten immer wieder dagegen, das Angebot bestimme die Nachfrage. Doch die Quoten scheinen das nicht zu bestätigen, denn ist man ehrlich, gäbe es zu den Rennern im Fernsehen nahezu immer auch die Alternativen, die selbst Kritiker nicht als seichte Unterhaltung abtun können.

Angewiderte Gesichter werden jedenfalls wenig helfen. Vielleicht wäre es besser, sich nicht nur verbal vom so verhassten Mainstream zu lösen, sondern auch bei der Suche nach durchaus vorhandenen Alternativprogrammen, damit diese dauerhaft ihre Überlebenschancen wahren.

Genießen kann man dann Umfrageergebnisse wie diese, die nur leider den tatsächlichen Quoten vollkommen widersprechen.

3 Antworten auf “TV braucht kein Niveau”

  1. Es ist wahrscheinlich doch so eine art Herdentrieb die einsetzt. man muss doch am nächsten Tag auf der Arbeit auch mitreden können. Gassenhauer gibbet halt immer noch.

  2. Leider glaube ich auch,dass das eingesetzte Quotenmesssystem völlig veraltet ist, nicht nur von der Technik her. Es gibt zudem viele mehr externe Einflüsse auf das TV-Verhalten, die es früher nicht gab: Internet-Seiten und -Communities, neue Technik, mehr Infos aus dem Ausland (z.B. den USA), längere Ladenöffnungszeiten, flexiblere -arbeitszeiten, und, und, und…

    Auch kann uns das Quotensystem nicht sagen, wie viele DSDS nur nebenbei schauen, und bei einer anspruchsvollen Serie aufmerksam zusehen.

    Die deutsche TV- und Werbelandschaft gibt sich somit der Illusion hin, zu glauben, was sich die Leute wie anschauen.

    1. Sicher, verlassen kann man sich auf die Quoten allerhöchstens begrenzt, zumal Statistiken ja sowieso ihre Tücken haben. Allerdings haben wir eben im Moment auch nichts Verlässlicheres.

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