Meine Assistenten – Autorensoftware

„Das Lächeln der Kriegerin“ war nicht nur der erste Roman, den ich veröffentlichen konnte, sondern auch der erste, den ich überhaupt geschrieben habe. Meine Herangehensweise an diesen Roman war zu der, mit der ich bis dahin Kurzgeschichten geschrieben hatte, nur unwesentlich modifiziert, zumal das „Lächeln“ auf der Grundlage einer solchen entstanden ist.

Ernsthaft geplottet habe ich nicht, die meisten Vorüberlegungen (abgesehen von der erwähnten Kurzgeschichte) existierten nur in meinem Kopf, Notizen gab es nur wenige. Während des Schreibens habe ich daher immer wieder Plotarbeit nachholen müssen.

Inzwischen gehört für mich das Plotten neben anderen schriftlichen Vorüberlegungen und Planungen zum Romanschreiben dazu. Dabei musste und muss ich mir das erst antrainieren und meine Methoden stetig verfeinern. Eine große Hilfe dabei war mir der Hinweis auf Software für Autoren, die diese Arbeit vor allem in Hinsicht auf Übersichtlichkeit unterstützen soll, die aber bei Naturen wie mir auch einfach den (spielerischen) Anreiz, sich solcher Planungstätigkeit hinzugeben, erhöht.

Ich wählte zunächst das kostenlose Programm yWriter aus, das von der Planung und Entwicklung eines Schreibprojekts bis hin zur Fertigstellung desselben alle Arbeitsschritte in einer übersichtlichen Programmumgebung ermöglicht. Es ist also gleichzeitig Planungs- und Schreibsoftware.

yWriter
yWriter

 

In yWriter kann der Autor den Zeitrahmen seines Projekts planen, hinsichtlich dieser seine Arbeitsfortschritte kontrollieren, sein tägliches Schreibpensum bestimmen, Szenen in allen Details planen und gleich entwerfen, aus- und überarbeiten, sie Kapiteln zuordnen und beliebig verschieben. Szenenüberschriften und -zusammenfassungen sorgen dabei für Übersicht.
Figuren, Schauplätze und wichtige Gegenstände können auf eigenen Registerkarten entworfen, mit selbstgewählten Bildern illustriert und den Szenen zugeordnet werden. Und natürlich gibt es diverse Reports, die die Übersicht über das Projekt zusätzlich fördern.
Die Software enthält gleich drei deutsche Übersetzungen, die zwar alle nicht völlig ausgereift sind, aber auch denjenigen, die mit der englischen Sprache so ihre Probleme haben, den unkomplizierten Umgang mit dem Programm ermöglichen.

Mit dem Programm könnte man also rundum gut bedient sein. Warum habe ich mir nun vor einigen Tagen trotzdem noch ein zweites zugelegt? Storybook bietet doch eigentlich weniger. Aber das, was es bietet, kann es noch ein bisschen besser. Nämlich den Autor beim Planen seiner Story zu unterstützen.

Storybook
Storybook

 

Storybook ist anders als yWriter kein Ersatz für ein Textprogramm. Dafür ist es noch besser aufs Plotten zugeschnitten. Der entscheidende Vorteil ist, dass sich Szenen übersichtlich in einem Zeitstrahl anordnen lassen, sauber und farblich getrennt nach den verschiedenen Handlungssträngen. Durch den voreingestellten Kalender sind die Daten gleich mit den entsprechenden Wochentagen verknüpft. So lässt sich der Plot beinahe spielerisch entwickeln.

Auch bei Storybook lässt sich nach dem Installieren die Sprache einstellen. Die deutsche Übersetzung ist dabei wesentlich ausgereifter als bei yWriter. Und auch Storybook lässt sich kostenlos herunterladen.

Für mich ist es daher eine ideale Ergänzung für yWriter, wenn auch kein Ersatz. Ich werde also in Zukunft die Hauptplotarbeit mit Storybook machen und sie in yWriter übertragen. Dort kann ich Szenen-und Figurenplanung noch verfeinern, um schließlich die eigentliche Schreibarbeit und die Überarbeitungen mit yWriter zu erledigen.

Ich bin mir sicher, beide Programme eignen sich auch hervorragend für solche Autoren, die mit dem Plotten bisher noch ein bisschen auf Kriegsfuß stehen oder überhaupt erst einmal ausprobieren wollen, ob ihnen derartiges Arbeiten entgegenkommt.

24 Antworten auf “Meine Assistenten – Autorensoftware”

    1. Ja, du hast recht, anfangs wirkt yWriter ein bisschen kompliziert. Ist es aber eigentlich nicht. Dennoch wird natürlich nicht jedem jede Autorensoftware gleich gut liegen.
      Ich bin gespannt, wie dir Storybook gefällt. Ich bin ja selber noch am Einfuchsen.

  1. Wie sieht es denn mit der Rechtschreibprüfung in diesen Programmen aus? – Ich hatte mal Storylines als Testversion, was mir vom Aufbau her gut gefallen hätte, nur vertippe ich mich einfach häufig und da war es sehr lästig, dass die Rechtschreibprüfung in deutscher Sprache zumindest bei dieser Version schlecht funktioniert hat.

    1. Na ja, bei yWriter, bei dem ja die deutsche Übersetzung ohnehin eher unprofessionell wirkt, müsste man sich für deutsche Texte die RSP erst mühsam selbst zusammenschustern. Ob sie sich möglicherweise per Download aufrüsten lässt, habe ich nicht getestet, denn wenn ich das Manuskript im Programm fertigggestellt habe, exportiere ich es sowieso als RTF, erledige die endgültige Formatierung in Word (oder OO oder einem anderen Textprogramm) und lasse die RSP des Textprogramms drüberlaufen.

      Was Storybook angeht, muss ich noch ein bisschen damit arbeiten, um die RSP besser kennenzulernen. Sie scheint mir dort aber nicht so wichtig, weil man ja sowieso nur die Plotarbeit dort erledigt. Und die bekommt ja außer dem Autor selbst in der Regel niemand zu Gesicht. 😉

  2. Danke auf jeden Fall für die Infos!
    Na ja, Notizen müssen nicht tip-top lektoriert sein, aber eine Häufung fetter Tippfehler (und je schneller die Ideen reinkommen, desto mehr werden es) lenken mich dann vom Inhalt ab. Daher würde ich so ein Programm nur noch verwenden, wenn die Rechtschreibprüfung ähnlich gut wie in Word funktioniert. Das Korrekturlesen spart es einem ohnehin nicht, wenn man etwas tatsächlich einsenden will, aber es ist einfach praktisch und da technisch relativ leicht möglich, würde ich auch nicht darauf verzichten wollen.

  3. Auch von mir vielen Dank für den Tipp mit Storybook, ywriter fand auch ich nicht recht ausgereift und zu kompliziert, Storybook schaue ich mir noch einmal an – wo es ja kostenlos ist..Ansonsten vertraue ich weiterhin auf meine Karteikarten 😉

    1. So oder so wünsche ich dir viel Glück und Erfolg. Wenn ich wieder zu Hause bin, schaue ich sicher öfter mal auf deinem Blog vorbei, der einen wirklich interessanten ersten Eindruck bei mir hinterlassen hat.

  4. Hi, Philipp.
    Wie geht man als Inuitivkünstler mit einer SW um? Wenn ich eine Idee habe, dann lee ich los … keine Zeit für sowas wie PC anschalten, überlegen, sich eingewöhnen. Wenn der Text fertig ist, muss er natürlich „übertragen werden“ … doch das is bereits außerhalb der Kreativphase.
    Wo genau liegt der Vorteil einer solchen Autoren-SW. Hab ich leider nicht verstanden.
    LG und beste Wünsche für 2010
    Alex

    1. Hi Alex,
      ob und wie du mit einer solchen Software umgehst, kann und will ich nicht bestimmen. Auch ob sich für dich in der Arbeit mit einer solchen Software Vorteile ergeben und worin diese bestehen könnten, kannst du nur selbst herausfinden.
      Generell sind Arbeitsweisen von Autoren unterschiedlich und es gibt keinen Königsweg, es sei denn einen individuellen.
      Möglicherweise könnte dir ein solches Programm in der Überarbeitungsphase nützlich sein.
      Auch gebe ich zu bedenken, dass Autorensoftware dieser Art in der Regel für das Konzipieren längerer Werke gedacht ist. Wenn deine Kreativphasen die Ausdauer für ein ganzes Romanmanuskript haben, ohne dass du dir Notizen gleich welcher Art machen musst, halte ich das für bewundernswert, aber kaum für verallgemeinerbar.
      Auch dir alles Gute für 2010.

  5. Danke für die Antwort Philipp. Ich werde mir das Programm vielleicht mal anschauen. Seit ich mit Diktierprogrammen zu arbeiten begonnen habe, bin ich am heimischen PC ganz zufrieden.Was mir fehlt, ist ein verwendbares Teil für unterwegs (nicht so wie ein Netbook, eher wie Handy-als-Diktaphon).
    Na ja, wir werden noch viele technische Neerungen erleben und gar nicht so lange darauf warten müssen.
    2010 wird auch schon was bieten, davon bin ich überzeugt.
    Lieben Gruß, Alex

  6. Das hört sich wirklich interessant an. Bis jetzt wusste ich gar nicht, dass solche Programme überhaupt existieren.

    Vielen dank für die Infos. Ich werde beide mal ausprobieren und sie dann ggf. den jungen Autoren in meinem Forum weiterempfehlen.

    Ich glaube ich werde deinem Blog noch des öfteren einen Besuch abstatten. 🙂

    Liebe Grüße
    Ryoki.

    1. Viel Spaß beim Ausprobieren. Es gibt übrigens noch weit mehr, aber natürlich sind nicht alle kostenlos und zwei reichen ja auch für den Anfang. Mir reichen sie schon ganz schön lange. 😉

    1. Na klar, das ist auch ein tolles Programm, wenngleich ich es selbst noch nicht getestet habe.
      Ich denke aber, es ist mehr ein spezialisiertes Autorenschreibprogramm (also vorrangig eine Textverarbeitung) als ein Programm mit dem Schwerpunkt auf dem Plotten.
      Kann mich aber täuschen.

      Ich werde, sobald etwas Zeit ist, auf jeden Fall das neue Scrivener für Windows testen. Habe es auf dem Mac schon erlebt und war absolut fasziniert!

  7. Hi,
    (ich habe schon an einer anderen Stelle diese Frage gestellt, aber zur Sicherheit hier nochmal :-)):
    Hallo,

    ich habe das superSchreibprogramm yWriter5 entdeckt.

    Meine Frage ist folgende: man kann ja u.a. Kapitel importieren, aber bei Figuren scheint das so nicht zu funktionieren…

    Oder?

    gibt es da eine Möglichkeit, doch noch Texte bei der FIGURENbeschreibung einzufügen, ohne sie per Hand einzeln eintragen zu müssen?

    danke für die hilfe.

    1. Hallo Stellaris,

      nicht, dass ich wüsste. Ich fürchte, die Figurenbeschreibungen musst du aus deinem Schreibprogramm kopieren und in yWriter einfügen.

      Zukünftig kannst du sie ja dann direkt in yWriter verfassen.

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